"Du bist ja auch so einer, der nicht zurückfolgt."

 

  1. Mach Dich mal frei von diesem täglichen/stündlichen/minütlichen Blick auf "X followers". (siehe auch "Stop chasing followers" von Jeffrey Zeldman)
  2. Wenn Du Dich davon nicht freimachen kannst oder willst, dann führt Gejammer über abgesprungene Follower meist zu mehr Grund für Gejammer über abgesprungene Follower.
  3. Tweets werden nicht besser, nur weil mehr Follower sie lesen. Andersrum wird ein Kausalitätskettenschuh draus.
  4. Ich folge nicht aus Symmetriegründen. Die Aufhebung des Symmetriezwangs in Verbindungen rechne ich Twitter hoch an.
  5. Auch ich gucke auf favstar.fm und freue mich, wenn ein Tweet Dir gefällt. Insbesondere, wenn Deine Tweets mir oft gefallen.
  6. Mails à la "@xy folgt dir jetzt auf Twitter" wandern ungelesen in mein unendliches GMail-Archiv. Erwarte daher nicht, dass ich überhaupt mitkriege, dass Du mir folgst. Wenn Du für mich interessant twitterst, werde ich das schon auf anderen Wegen erfahren. In dem Fall ist es auch vollkommen unerheblich, ob Du mir folgst oder meinen Kram für uninteressant hältst.
  7. Mails à la "@xy unfollowed you" habe ich zwar auch irgendwann mal über irgendeinen inzwischen vergessenen Service abonniert, durchlaufen aber den selben GMail-Filter wie die Mails aus dem vorherigen Punkt. Erwarte daher nicht, dass ich überhaupt mitkriege, dass Du mir nicht mehr folgst. Sollte mir etwas an Deiner Aufmerksamkeit gelegen haben, werde ich das schon auf anderen Wegen erfahren und evtl. auch bedauern.
  8. Aus den Punkten 6 und 7 lässt sich der Wirkungsgrad von Follow-Unfollow-Ping-Pong-Orgien ableiten.
  9. Es gibt auch noch ein Leben neben Twitter.
  10. Nur dass wir uns im Leben aus Punkt 9 kennen, heißt nicht zwangsweise, dass ich Dein Getwitter lesen möchte. Andersrum heißt es aber auch nicht, dass Du mich in diesem Leben aus Punkt 9 nicht interessierst, nur weil ich Dein Getwitter nicht lesen möchte.
  11. Du findest meine Witze doof, meine Tweets langweilig? Ich twittere zu viel, zu wenig? Entfolgen ist das Mittel der Wahl, nicht eine Aufforderung meine Twitternutzung zu ändern. Ersteres nehme ich weder Dir übel noch wahr (siehe Punkt 7), Zweiteres einfach nicht ernst.
  12. Zweihundertelf am dritten "Follow-Friday" hintereinander empfohlene Twitternamen wirken kontraproduktiv.
  13. Automatisierte DM mit "Danke für's Folgen". Warum? Ich mache das für mich, nicht für Deine Followeranzahl.
  14. Bei seitenlang geführten @-Reply-Dialogen, die sonst niemand verstehen kann, muss ich einen von zweien entfolgen, egal wie gerne ich die restlichen Tweets lese.
  15. Ich antworte nicht auf jede Nachricht an @Sillium. Meist ist alles gesagt, der Witz gemacht, der Drops gelutscht. Wenn Du eine Antwort haben möchtest, schreibe mir bitte eine E-Mail. Um Dir auf Teufel komm raus mit "@xy Ja, finde ich auch." oder "@xy haha" zu antworten, ist mir Twitter zu wenig Chat.

Nicht ganz zum Thema, dennoch interessant in dem Zusammenhang: "Gegenteiliger Effekt von Welt kompakt-Boykott" Meedia.de verkauft das als News, vergisst aber zu erwähnen, dass @weltkompakt etlichen Twitternutzern nach dem Boykottaufruf neu gefolgt ist und durch Symmetrierückverfolgern (siehe Punkt 4) im Plus landet, was wiederum wegen Punkt 3 kein Erfolg ist.